Penicillin

„Frau Doktor, Herr Doktor,

warum geben Sie mir denn kein r i c h t i g e s Penizillin??"

Immer wieder werde ich von Patienten gefragt: „Mir geht es doch so schlecht, wann bekomme ich endlich ein richtig gutes Penicillin oder Antibiotikum?" Und wenn ich die Zeitung aufmache. lese ich dort: "Ärzte verordnen viel zu viel Penicillin!!!"

Was ist denn nun richtig?

Ganz einfach:

Wir unterscheiden zwischen Krankheiten, die von Viren, von Pilzen oder von Bakterien hervorgerufen werden. Wenn es sich um eine Viruserkrankung handelt, z. B. eine Grippe - auch wenn sie mit Temperaturen um 40°C einhergeht - dann nützen Antibiotika nicht viel. Hier sind Medikamente gefragt, die gegen das Fieber, gegen die oft damit verbundenen Glieder- und Kopfschmerzen und generell gegen Entzündungen helfen. Das sind Medikamente wie das Paracetamol, das Aspirin (oder ASS 500) oder auch das Berlosin, um nur einige zu nennen.

Handelt es sich dagegen um eine Erkrankung, die von Bakterien hervorgerufen wurde, z. B. eine eitrige Bronchitis oder eine eitrige Angina, so ist ein Antibiotikum, und da zumeist ein Penicillin die erste Wahl. Die oben genannten Medikamente werden dann zwar oftmals zusätzlich zum Einsatz gebracht, aber nur als „symptomatische" Mitbehandlung, das heißt, damit der Patient weniger Symptome, sprich: Beschwerden hat. Denn die Bekämpfung der Bakterien dauert einige Zeit, je nach Erreger zwischen drei bis sieben Tagen, manchmal auch noch länger. Und da ist es gefährlich, wenn der Patient mit dem Argument „... es geht mir doch schon viel besser !!!" das Antibiotikum nach einigen Tagen weglässt. Der Rückfall ist vorprogrammiert.

Für reine Pilzerkrankungen gibt es wiederum andere Medikamente, die Antimykotika.

Und als ob das nicht schon kompliziert genug ist, gibt es noch gemischte Krankheitsbilder!

Vertrauen Sie Ihrem Arzt, aber fragen Sie ihn auch, wenn Sie etwas nicht verstanden haben!

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