vom Arzt auch als Diabetes mellitus bezeichnet, ist eine der großen Volkskrankheiten. Jeder fünfte Erwachsene über 60 Jahre ist betroffen. Auch Säuglinge, Kinder und Jugendliche können erkranken. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen nach, dass durch eine frühzeitige optimale Behandlung Folgeschäden vermieden werden können.
Der Begriff Diabetes mellitus stammt aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß übersetzt „honigsüßer Durchfluss". Damit beschreibt er anschaulich die ursprünglichen und seit dem Altertum bekannten Hauptsymptome, nämlich vermehrtes Wasserlassen und die Ausscheidung von Zucker über den Urin. Umgangssprachlich wird Diabetes mellitus daher auch als Zuckerkrankheit bezeichnet.
Ursachen von Diabetes
Alle unsere Organe benötigen für eine reibungslose Funktion Zucker. Dieser wird im Darm aus der Nahrung gewonnen und mit dem Blutstrom vom Darm zu den Organen transportiert. Die Nahrungsbausteine, in denen der Zucker enthalten ist, sind die Kohlenhydrate. Sie sind in Getreideprodukten, Kartoffeln, Obst und in fast allem Süßen enthalten. Um den Zucker zur Energiegewinnung vom Blut in die Organzellen zu bringen, benötigen die Zellen das Hormon Insulin. Es wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und besonders nach dem Essen, wenn der Blutzucker steigt, an das Blut abgegeben.
Eine Zuckerkrankheit oder Diabetes liegt vor, wenn die von der Bauchspeicheldrüse abgegebene Insulinmenge nicht ausreicht, um den Blutzucker innerhalb eines normalen Bereiches zu halten.
Im Wesentlichen werden zwei Formen des Diabetes unterschieden: Typ 1-Diabetes und Typ 2-Diabetes. Typ 1 beginnt meist im Kindes- und Jugendalter und hat seine Ursache in der Zerstörung der Insulin produzierenden Zellen. Typ 2 betrifft dagegen überwiegend Menschen im mittleren und höheren Lebensalter. Er beginnt schleichend und beruht auf einer zunehmenden Unempfindlichkeit der Zielzellen gegenüber Insulin sowie einer gestörten Produktion und Abgabe des Insulins durch die Bauchspeicheldrüse.
Der Typ 1 macht 5 – 10 Prozent aller Diabetesfälle aus, 90 – 95 Prozent entfallen auf Typ 2-Diabetes.
Grundsätzlich kann jeder an einem Diabetes erkranken, die auslösenden Ursachen liegen noch weitgehend im Dunkeln, bei erwachsenen Diabetikern liegt jedoch häufig eine vererbte Bereitschaft für diese Erkrankung vor, oft gekoppelt mit unzureichender körperlicher Bewegung und Übergewicht.
Vorbeugen mit gesunder Ernährung
Die Grundlage einer modernen Diabetestherapie ist eine vernünftige gesunde Ernährung, wie sie auch jedem Gesunden empfohlen werden kann. Meist beginnt die Behandlung mit einer diabetesgerechten Ernährung und dem Versuch, das Übergewicht etwas abzubauen. Das kann über eine kürzere oder auch längere Zeitspanne völlig ausreichen, aber die Zuckerkrankheit verändert sich im Laufe der Zeit und dann werden zusätzlich Medikamente notwendig.
Behandlung von Diabetes mit Medikamenten
Reicht die Senkung der Blutzuckerwerte nach Ernährungsumstellung und vermehrter Bewegung nicht aus, kann zusätzlich eine Behandlung mit Tabletten notwendig werden.
Die Einnahme von Tabletten ersetzt weder eine vernünftige Ernährung noch die notwendige Bewegung. Vom Arzt werden verschiedene Wirkstoffgruppen eingesetzt. Sie bewirken auf unterschiedliche Weise eine Senkung des erhöhten Blutzuckerspiegels. Welches Medikament aufgrund seiner Eigenschaften für einen Patienten besser geeignet ist, bestimmt der Arzt.
Rechtzeitiges Erkennen
Der Typ 2 Diabetes sowie und seine Risikofaktoren nehmen in Deutschland dramatisch zu. Immer mehr und immer jüngere Menschen bekommen einen Diabetes mit schwerwiegenden Komplikationen und kostenintensiver Therapie. Aus internationalen Studien wissen wir, dass die Prävention des Diabetes effektiv umgesetzt werden kann. Dazu ist es notwendig, Personen mit einem Diabetes-Risiko noch vor Ausbruch der Erkrankung zu identifizieren. Der Risiko-Fragebogen ist ein einfaches und zielsicheres Instrument, das ohne laborchemische Tests ein Risiko an Typ 2 Diabetes zu erkranken, durch die Beantwortung von 8 Fragen, ermittelt.